Umtopfen - Schritt für Schritt - Orchideen neu

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Umtopfen - Schritt für Schritt

Ratgeber

Schritt 1:
Die Orchidee aus dem alten Topf lösen.
Um die Orchidee umzutopfen, muss sie natürlich zuerst einmal aus ihrem Topf gelöst werden. Das ist unter Umständen gar nicht so einfach, da Orchideen mit gutem Wurzelwerk sich gerne mit ihren Wurzeln am Topfrand festhalten oder durch die Löcher im Boden durchwachsen. Meist lassen sich die Wurzeln am Topf ganz gut lösen, indem man den Topf vorsichtig mit den Fingern knetet. So lockert sich das Innere und die Wurzeln lösen sich ohne größere Schäden vom Topfrand ab.
Ist das geschafft zieht man die Wurzeln, die durch die Löcher am Boden gewachsen sind, vorsichtig eine nach der anderen nach oben aus dem Topf. Sollte das gar nicht funktionieren oder sollten sich die Wurzeln partout nicht vom Topf lösen lassen, könnt ihr auch zur Schere greifen und den Topf aufschneiden, so dass ihr an die Wurzeln heran kommt.
Alternativ kann man die Orchidee vor dem Umtopfen für eine  Stunde oder länger ins Wasserbad stellen. So werden die Wurzeln geschmeidiger und lassen sich manchmal besser ablösen.
Probiert am besten aus, wie es für euch und eure Orchideen am besten klappt. Manche Orchideen sind auch ganz pflegeleicht und fallen von selber aus dem Topf.

Schritt 2:
Substrat von den Wurzeln entfernen.
Habt ihr die Orchidee erfolgreich mit allen Wurzeln aus dem Topf gelöst kommt auch schon die zweite Herausforderung auf euch zu.

Nun heißt es, das alte Substrat von den Wurzeln zu entfernen. Auch hier gibt es einige Exemplare, die lassen es freiwillig fallen. Nicht wenige jedoch haben sich mit ihren Wurzeln am Substrat festgehaftet. Das ist an sich nichts Schlechtes denn es zeigt, dass die Orchidee gut gewachsen ist und sich stabil im Substrat verankert hat.
Da sie nun frisches Substrat bekommen soll muss man diese oft gar nicht so zarte Bande jedoch leider wieder lösen. Auch hier gilt, mit Vorsicht an die Sache heran zu gehen und die anhaftenden Substratrückstände so zu entfernen, dass möglichst keine Wurzel zu Bruch geht. Es sei denn, die Wurzel ist sowieso schon vertrocknet, aber dazu mehr im Schritt drei.

Stellen sich manche Substratanhaftungen als echte Härtefälle heraus, die sich um keinen Preis ablösen lassen wollen, so kann man diese dann in Ausnahmefällen auch einfach an den Wurzeln belassen. Man sollte aber versuchen, möglichst viel altes Substrat zu entfernen, um Platz für neues Substrat zu machen.

Schritt 3:

Abgestorbene Wurzeln entfernen.

Ist Schritt 2 erledigt kommen wir sozusagen zur Pediküre für die Orchideen.
Hat eine Orchidee längere Zeit in ihrem Topf gesessen, so sind mit Sicherheit einig oder auch viele der Wurzeln im Topf abgestorben. Das ist zunächst ganz normal und hat etwas mit Alterungsprozessen zu tun.
Abgestorbene Wurzeln erkennt man daran, dass sie entweder total vertrocknet oder aber total matschig sind. In letzteren Fall kann es sein, dass die Orchidee zu fleißig gewässert wurde oder das Substrat schon so alt war, dass es nicht mehr richtig abtrocknen konnte. Es ist also erst recht höchst Zeit zum Umtopfen.
Zum Wurzel entfernen nimmt man einfach eine scharfe Schere zur Hand und schneidet Stück für Stück alle die Wurzeln ab, die abgestorben sind. Die noch vitalen, grünen oder auch silbrigen,  prallen Wurzeln lässt man natürlich an der Pflanze und versucht sie möglichst wenig mit der Schere zu traktieren.
Verletzt man eine der intakten Wurzeln versehentlich einmal, kann man  Zimt (in jeder Küche vorhanden) auf die „Wunde" geben. Dieser wirkt antibakteriell und schützt vor Keimen, die sonst in die Wunde eindringen könnten.

Schritt 4:
neuer Topf
Hat man alle abgestorbenen Wurzeln entfernt heißt es: Gesunde Wurzeln wieder zurück in den Topf.
Ein neuer größerer Topf ist wirklich nur nötig, wenn die Orchidee so an Wurzelmasse zugenommen hat, dass die Wurzeln selbst nach der Pediküre nicht mehr in den Topf hinein passen. Oder sie passen gerade noch so, es ist aber dann kein Platz mehr für das neue Substrat.
In allen anderen Fällen und generell gilt: Für Orchideen lieber einen zu engen als einen zu weiten Topf nehmen. Der Hintergrund ist, dass bei zu großen Töpfen nach dem Wässern das Substrat nicht schnell genug wieder abtrocknen kann. Und dann besteht die Gefahr, dass die Wurzeln wegfaulen.  Also merke: Orchideen mögen es eng im Topf.
Und wie bekommt man jetzt die Wurzeln wieder in den Topf?
Ich gebe zuerst immer eine Schicht Substrat in den Topf, sozusagen als Grundlage. Dann lege ich die Enden der Wurzeln in den Topf und drehe den Topf stetig in eine Richtung, so dass sich die Wurzeln langsam aber sicher in den Topf hinein drehen. Das mache ich so lange, bis alle Wurzeln zurück im Topf sind und die Pflanze selber am Topfrand aus dem Topf schaut.
Manchmal ist es etwas schwierig, aber irgendwie sind bisher noch immer alle Wurzeln wieder in den Topf gekommen. Auch hierbei heißt es Geduld haben und nicht mit Gewalt vorgehen, denn dann brechen die Wurzeln sehr leicht ab.

Schritt 5:    
frisches Substrat
Nun ist es fast geschafft. Aber eine Hürde wartet noch auf euch.
Die Orchidee will natürlich nicht mit nackten Wurzeln im Topf sitzen, sondern fordert ihr frisches Substrat ein. Nach dem ganzen Stress völlig zu Recht, wie ich finde. Da sind ja nun aber schon ganz viele Wurzeln im Topf, so dass man das Substrat nicht einfach hineinkippen kann und alles ist gut.
Der Trick: Das Substrat von oben in den Topf geben und dann immer wieder leicht den Topf auf den Tisch oder eine andere feste Unterlage klopfen, so dass das Substrat langsam von oben nach unten durchrieseln kann. Diesen Vorgang - also Substrat von oben auffüllen und es durch klopfen zwischen die Wurzeln in den Topf befördern – so lange wiederholen, bis möglichst alle Zwischenräume zwischen den Wurzeln gut mit Substrat gefüllt sind. Auch wenn es anfangs mühselig wirkt, es stellen sich schnell Erfolge ein und nach kurzer Zeit heißt es: FERTIG – und eine frisch umgetopfte Orchidee strahlt euch an und kann zurück an ihren Platz!

Altes Substrat nicht mehr verwenden - bitte entsorgen!
Die Orchideen mehrere Tage nicht Wässern,
damit eventuell entstandene „Wunden" an der Wurzel
sich schließen können und es nicht zu Infektionen kommt.
Erst einmal einen Monat lang keinen Dünger geben.


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Das war es dann. Ich wünsche viel Erfolg beim Umtopfen.

 
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